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Nachhaltigkeit

Der öffentliche Verkehr in der Region Biel ist nachhaltig und ressourcenschonend unterwegs. Im Rahmen der neuen Flottenstrategie setzen die Bieler Verkehrsbetriebe für das Ortsnetz weiterhin auf Trolley. Mit dem Einsatz von Batterietrolleys kann die gefahrene Strecke über das Fahrleitungsnetz hinaus verlängert werden. Die VB setzen bei der Umstellung und Umsetzung der Flottenstrategie damit auf die bewährte Lösung in Biel – dem Trolleynetz. Zur Umsetzung sind wenig Anpassungen der Infrastruktur notwendig  und gegenüber Batteriebussen können kleinere Batterien eingesetzt werden. Die VB setzt zudem im Betrieb gezielt Massnahmen um mit dem Ziel, den Energiebedarf kontinuierlich zu senken.

Im vergangenen Geschäftsjahr war Nachhaltigkeit einer der Schwerpunkte bei den VB. Luc Ryffel, Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung, erklärt, warum das Thema so wichtig ist und welche Schwerpunkte im Jahr 2023 angepackt wurden.

Luc Ryffel, Nachhaltigkeit beschäftigt die Verkehrsbetriebe Biel schon seit einiger Zeit. Welche Schwerpunkte haben Sie im vergangenen Jahr angepackt?
Wir konnten unser Projekt «Flottenstrategie» erfolgreich abschliessen und genehmigen. Dies beeinflusst das Unternehmen auch im längerfristigen Horizont. Konkret geht es jetzt um das Projekt Beschaffung der neuen Fahrzeuge, also der Trolleybusse für die Zukunft. Dazu gehören natürlich auch die Elektrifizierung und der Ausbau der Fahrleitungen.

Stichwort Trolleybusse: Gibt es signifikante Fortschritte im Vergleich zur aktuellen Flotte und was verspricht man sich davon?
Grundsätzlich ist es so, dass elektrische Fahrzeuge im Bereich Energie deutlich effizienter sind gegenüber der heutigen Flotte, in welcher wir nach wie vor auch einige Dieselfahrzeuge haben. Massgebend für die künftige Flotte ist auch die Wahl der Bustypen; heute gibt es verschiedene Modelle.

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In unserer Evaluation haben wir deshalb untersucht, welches Modell wie ressourcenschonend und effizient eingesetzt werden kann. Ein wichtiges Kriterium ist auch die Grösse der Batterien. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob grosse und schwere Batterien produziert und anschliessend mittransportiert werden müssen oder eben kleinere und effizientere. Auch ein Fortschritt gegenüber heute ist, dass wir mit praktisch allen Bussen die gleiche Infrastruktur nutzen können. Es braucht nur einen kleinen Ausbau und die Nutzung ist dann durch praktisch jeden Bus möglich. Dies ist heute noch nicht der Fall.

Weshalb ist eigentlich das Thema Nachhaltigkeit bei den VB so wichtig? Gibt es da Vorgaben oder haben Sie diese Strategie festgelegt?
Es gibt Vorgaben von Bund und Kanton in Bezug auf künftige Fahrzeugbeschaffungen; so darf man künftig keine Dieselfahrzeuge mehr beschaffen. Nicht vorgegeben ist jedoch, welche Fahrzeuge wir beschaffen müssen. Hier sind wir schon früh aktiv geworden und haben eine umfassende Evaluation gemacht, unter anderem in Bezug auf Energieeffizienz und Ressourcen.

Wie spüren eigentlich die Kund:innen, dass die VB nachhaltig und ressourcenschonend unterwegs sind?
Ich denke, dass es grundsätzlich den Kund:innen wichtig sein sollte, dass wir nachhaltig unterwegs sind. Sicht- und spürbar wird es für den Kunden beispielsweise bei den neuen Fahrzeugen. So werden wir unter anderem eine deutlich effizientere Heizung und Klimatisierung haben. Die Atmosphäre in den neuen Bussen soll sich dadurch merklich ändern. Insgesamt sollen sich die Kund:innen in den Bussen wohl fühlen.

Es gibt ja noch weitere Themen in der Nachhaltigkeit, zum Beispiel bei den Gebäuden. Wie muss man sich einen ressourcenschonenden Neubau vorstellen? Der Neubau ist ja eines der längerfristigen Grossprojekte bei den VB.
Massgebend sind unter anderem die Materialien, mit welchen gebaut wird. So ist zum Beispiel Beton weniger ressourcenschonend als Holz. Darauf werden wir sicher ein Augenmerk legen. Aber einen Neubau kann man nicht ohne Emissionen bauen, das ist auch klar. Ein wichtiges Thema ist das Heizen des Gebäudes. Mittlerweile gibt es Neubauten, welche ohne Heizung auskommen. Zumindest ist aber der Typ der Heizung entscheidend betreffend Effizienz. Weiter ist für uns auch das Energiemanagement wichtig. Hier haben wir die Idee, dass wir allenfalls Batterien aus den Fahrzeugen für ein effizientes Energiemanagement wiederverwenden können. Dies wäre auch eine Ergänzung zu den Fotovoltaik-Anlagen, die bekanntlich in der Nacht keinen Strom produzieren können. Zudem können wir die Stromspitzen brechen, indem wir tagsüber aus den Batterien Strom liefern können.

Welches Ziel haben die VB im Bereich Nachhaltigkeit im nächsten Geschäftsjahr?
Eines der Ziele ist die Schaffung eines umfassenden Energiemonitorings. Damit können wir das Energiemanagement in Zukunft besser steuern. Dazu haben wir zahlreiche kleinere Projekte, die wir festigen und umsetzen wollen, beispielsweise die Automatisierung der Leubringenbahn. Auch möchten wir die erste Wärmepumpenheizung mit Grundwasser realisieren. Dies bei der Talstation Magglingenbahn. Der Standort hat eine gute Voraussetzung mit der Nähe zum See.

Wie sensibilisieren Sie die Mitarbeitenden für das Thema Nachhaltigkeit?
Wichtig ist vor allem die Kommunikation, indem wir beispielsweise den Mitarbeitenden mit unserem Energiemonitoring aufzeigen können, wo wir wieviel Energie verbrauchen und wo sich Einsparpotenziale ergeben. Wir sind sehr transparent und legen die Kennzahlen im Energiebereich offen. So können wir auch Erfolge gemeinsam feiern. Insgesamt sind wir gut unterwegs, aber es gibt natürlich immer Verbesserungspotenzial.

Energiezahlen

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 GWh

Gesamtenergieverbrauch

in GWh

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 l

Dieselverbrauch Autobusse

pro l/100 km

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 t

Gesamtemissionen CO2

CO2 in Tonnen

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 g

CO2-Emissionen pro Passagierkilometer

in g CO2 / Pkm

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 GWh

Energieverbrauch pro Antriebstyp

in GWh pro Jahr